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	<title>Der grüne Mittelfinger Archive - Sonja Stadje Naturgarten | Planungsbüro für naturnahe Grün- und Freiräume | Naturgartenplanung</title>
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	<description>Für mehr Natur-Erlebnis und Biodiversität auf Firmengeländen, Schulhöfen und Stadtgrün sowie in privaten Gärten</description>
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		<title>Halloween-Spezial 🎃: 5 gruselige Fehler, die du nicht machen darfst, wenn dein Garten ein wirklich guter Ort für die Natur sein soll</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sonja]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Oct 2024 14:50:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Der grüne Mittelfinger]]></category>
		<category><![CDATA[Praxis und DIY]]></category>
		<category><![CDATA[Gartentipps]]></category>
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					<description><![CDATA[Es ist wieder soweit: Halloween spukt schon ganz bald wieder durch die Straßen &#8211; und während uns Geister von gestern in Form von schief singendem zuckersüchtigen Nachwuchs heimsuchen, gibt es in unseren Gärten einige Fehler, die noch gruseliger (!) sind als jede Kürbislaterne. Falls du es deinem Garten ermöglichen möchtest, ein echtes Zuhause für das [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Es ist wieder soweit: Halloween spukt schon ganz bald wieder durch die Straßen &#8211; und während uns Geister von gestern in Form von schief singendem zuckersüchtigen Nachwuchs heimsuchen, gibt es in unseren Gärten einige Fehler, die noch gruseliger (!) sind als jede Kürbislaterne.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Falls du es deinem Garten ermöglichen möchtest, ein echtes Zuhause für das wilde Leben da draußen zu werden, solltest du die folgenden fünf haarsträubenden Garten-Irrtümer vermeiden!</strong> Los geht’s – schnapp dir Taschenlampe, trink dir Mut an und komm mit auf eine kleine Tour durch die düsteren Ecken der Gartengestaltung!</p>



<h2 class="wp-block-heading">1. Das Blattgemetzel: Furchterregendes Herbstlaub – weg damit, bis bloß kein Krümel bleibt!</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das Horrorszenario:</strong>&nbsp;Jetzt im Herbst alles Laub restlos aufkehren und in den nächsten Sack stopfen nach der Devise: Kein einziges Blatt darf bleiben!</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mach es besser:</strong>&nbsp;Lass das Laub, das unter Bäumen, Sträuchern oder in Beeten liegt, einfach dort. Und pack gerne das, was auf dem Rasen liegt, noch mit unter die Hecken und in die Ecken. Laub ist nämlich der „Wohlfühl-Pulli“ deines Gartenbodens – es wärmt ihn im Winter, nährt ihn, sobald es sich zersetzt, und bietet unzähligen kleinen Lebewesen wie Käfern, Spinnen und Asseln einen Rückzugsort. Und noch was: Gerade Igel finden in einem Laubhaufen ihr Traum-Winterquartier! Also, statt Laub bis zum letzten Blättchen zu entfernen, einfach mal einen „Gruselhaufen“ für den Winter liegen lassen und jede Menge Karmapunkte sammeln.</p>



<h2 class="wp-block-heading">2. Der Horror-Rasen: So kurz geschoren, dass jeder Grashalm in Panik erstarrt</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der ultimative Schrecken:</strong>&nbsp;Den Rasen zu einer staubtrockenen Miniatur-Kurzhaarfrisur mähen, am besten wöchentlich (auch im Hochsommer und im tiefsten Winter!), sobald ein Grashalm mehr als 3 mm misst (Frechheit!). Und auf jeden Fall nachts. Ohne Rücksicht auf Igel und alles andere Leben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mach stattdessen:</strong>&nbsp;Ein bisschen „wilder“ wachsen lassen und nicht immer alles gleichzeitig kurz mähen (Stichwort &#8222;Staffel-Mahd&#8220;)! Und den Rasenmäher einfach mal <strong>nicht</strong> auf die niedrigste Stufe stellen. Ein &#8222;normaler&#8220; Blumen- und Kräuter-Rasen kommt mit 5-8 Mähgängen pro Gartenjahr locker aus &#8211; guck doch mal, wie lange du es ohne aushältst ;). Damit gibst du deinem Garten statt 1970er-Vibe ein natürlicheres, lebendiges (und zeitgemäßes!) Erscheinungsbild. Und mit wilden Kräutern wie Gänseblümchen drin, verschiedenen Höhen und ein paar wilden Ecken ist der Rasen gleich mal um Längen besser für die Tierwelt &#8211; vor allem für die Insekten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Jahr hat sich dieser Punkt schon erledigt? Super, dann ist das gleich ein guter Vorsatz für 2025! <img alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" consent-original-src-_="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f642.png" consent-required="470" consent-by="services" consent-id="471"/></p>



<h2 class="wp-block-heading">3. Volldampf gegen die Igel-Invasion: Schaff bloß kein Zuhause für die Stachelmäuse</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das Horrorszenario:</strong> Attacke und raus mit dem spooky Laubgebläse! Das hier ist der Pro-Grusel-Tipp: Im Garten alles gespenstisch blitzblank räumen, jeden Holz- und Steinhaufen und jedes Fitzelchen Alptraum-Unordnung beseitigen und den Garten bis in den letzten Winkel „aufräumen“, damit auch ja kein Tierchen es sich gemütlich machen kann. Dabei unbedingt alle Nachbar:innen regelmäßig an deren schauriges Chaos im Garten &#8222;erinnern&#8220;, maximal mit höllischem Krach diverser Saug-, Mäh- und Häckselgeräte nerven und auch wirklich alle kleinen Leben auslöschen, die es WAGEN! bei dir unterschlüpfen zu wollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mach stattdessen:</strong>&nbsp;Gib dem Igel (und Millionen anderen Tieren) eine Chance! Schaffe abseits der Gartenbereiche, die du auch im Winter nutzt, ein paar versteckte Winkel, in denen du Äste, Blätter und Holz aufhäufeln kannst. Das stört außerhalb der Gartensaison wirklich niemanden und bietet dem Igel (und anderen Nützlingen) einen Winterunterschlupf, in dem sie sicher und warm überdauern können. Ein natürlicher „Gruselwald“ im Garten ist ein Geschenk an das Tierreich, denn gerade jetzt sucht alles, was stachelig und klein ist, ein Plätzchen für den Winterschlaf.</p>



<h2 class="wp-block-heading">4. Die Schotterfläche des Schreckens: „Pflegeleicht“ und garantiert so richtig tot</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Maximaler Horror:</strong>&nbsp;Als pfiffig-freche Idee der Gartengestaltung auf Fernost-Schotter und schneeweißen Kies über Unkraut-Vlies setzen, damit vermeintlicher „Pflegeaufwand“ wegfällt und &#8222;alles schön ordentlich&#8220; bleibt. (Spoiler: Bleibt es nicht, zumindest nicht ohne massiven Gifteinsatz.) Tote Steinwüste für die Ewigkeit! Darauf kommen übrigens echt gruselige Accessoires und zu Tode frisierte Baumarkt-Pümpelthujen hervorragend zur Geltung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mach stattdessen:</strong>&nbsp;Zeig, dass du in 2024 angekommen bist, und bring Leben in deinen Garten mit einer rund ums Gartenjahr blühenden Zusammensetzung aus heimischen Stauden und Gehölzen! Diese füllen deine Beete, bedecken nach einiger Zeit den Boden und schaffen für deine Gartentiere gleichzeitig Nahrungsangebot und wertvolle Lebensräume. Ein bunter Garten mit Blumen und Sträuchern zieht Insekten an, bietet Rückzugsorte und macht das Gesamtbild gleich viel lebendiger. Und du hast viel mehr zum Gucken und Genießen! Außerdem spart man sich die wirklich höchst gruselige Geisterarbeit des ständigen Unkrautjätens zwischen den Steinen (Du hast gedacht, von unten kann nix kommen? Aber von oben!). Eine natürliche Pflanzendecke ist nicht nur tausendfach schöner, sondern auch pflegeleicht – das ist der wahre Zauber für einen pflegeleichten und trotzdem lebendigen Garten!</p>



<h2 class="wp-block-heading">5. Chemie-Cocktails für den Boden: Schnell noch einen richtig schön giftigen Zaubertrank mixen</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sehr hoher Gruselfaktor:</strong>&nbsp;Zum chemischen Dünger oder zu Herbiziden greifen, sobald der Garten dir „zu langsam“ wächst oder sich ein paar „ungewollte“ Pflanzen breitmachen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mach stattdessen:</strong>&nbsp;Die meisten Wildpflanzen brauchen überhaupt keinen Dünger; sie haben es lieber mager! Im Nutzgarten sieht es natürlich anders aus. Wenn überhaupt, dann päpple deine Pflanzen auf natürlichem Wege. Setze auf Kompost oder organische Dünger. Diese „Zaubertränke“ stärken den Boden langfristig, verbessern das Bodenleben und machen ihn resistent gegen echte Problemkeime. So hilfst du deinem Boden, gesund zu bleiben, und schaffst stabile Nährstoffkreisläufe. Die Pflanzen gedeihen prächtig, und du musst dir keine Sorgen über die bösen Geister chemischer Rückstände machen, die neben jeder Menge ausgelöschter Seelen auch noch dein Grundwasser belasten könnten. Kein Grund zur Panik – natürlicher Dünger ist die bessere Wahl!</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Fazit: Schaffe ein Refugium ohne gruselige Garten-Schrecken</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Ein Garten, der Mensch und Natur gleichermaßen willkommen heißt, braucht nur ein paar kluge Entscheidungen – ganz ohne Hokuspokus! Mit ein bisschen Mut, die Dinge anders zu machen, wird dein Garten zu einem Ort, der uns Menschen, aber auch unglaublich vielen anderen Lebewesen Raum, Nahrung und Schutz bietet. In diesem Sinne: Kein Platz für Gartenschrecken!</em></p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Teile diesen Artikel und hilf anderen, Gartengrusel zu vermeiden!</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Du kennst jemanden, der in seinem Garten noch ein bisschen „gruseliges“ Fehler-Potenzial versteckt hat? Teile diesen Artikel und hilf dabei, die Welt unserer Gärten im Siedlungsraum ein kleines bisschen natürlicher und lebendiger zu gestalten – so wird Halloween dieses Jahr auch für die Natur ein Fest!</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>&#8222;Insektenmagnet&#8220; Schmetterlingsflieder &#8211; warum wir ihn BITTE NICHT pflanzen sollten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sonja]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Aug 2023 08:18:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Biodiversität mit Substanz]]></category>
		<category><![CDATA[Der grüne Mittelfinger]]></category>
		<category><![CDATA[Biodiversität]]></category>
		<category><![CDATA[Insektenfreundlich]]></category>
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					<description><![CDATA[Als "Insektenmagnet" ganz hoch im Marketing-Ranking und dabei  viel weniger toll als sein Ruf: der Schmetterlingsflieder (Buddleja davidii). Hier erfährst Du, warum.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Der Schein trügt beim Schmetterlingsflieder</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein farbenfroher Anblick, der zahlreiche Schmetterlinge in den Garten lockt &#8211; der Schmetterlingsflieder (Buddleja davidii) wird oft als DIE bei Faltern beliebte Pflanze gepriesen. Ursprünglich aus China und Tibet stammend, fand dieser blühende Strauch ab dem frühen 20. Jahrhundert den Weg in europäische Gärten. Im Marketing ist er sogar der Inbegriff des &#8222;insektenfreundlichen&#8220; Gartens. <strong>Tausende von Sommerfliedern werden jedes Jahr an Menschen verkauft, die &#8222;Schmetterlingen etwas Gutes tun&#8220; wollen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch leider hat sich der einst so geschätzte Sommerflieder stellenweise zu einer ernsthaften Bedrohung für die Umwelt entwickelt, da er als sogenannter<strong> <em>invasiver Neophyt</em> in unseren Breitengraden keine natürlichen &#8222;Fress&#8220;feinde</strong> (<a href="https://sonjastadje.de/ist-das-insektenfreundlich-oder-wirklich-nuetzlich-fuer-insekten/">siehe hier</a>) besitzt bzw. nicht Teil des regionalen Ökosystems ist. In der Schweiz und anderen Ländern steht er bereits auf der schwarzen Liste und darf nicht mehr verkauft werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein invasiver Neophyt: Warum der Schmetterlingsflieder problematisch ist</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Schmetterlingsflieder mag auf den ersten Blick ziemlich harmlos aussehen. &#8222;Bei mir im Garten ist er aber überhaupt nicht ausbreitungsfreudig!&#8220; hört man oft. Das stimmt auch mit Sicherheit: Auf nährstoffreichen Böden bleibt die Buddleja meist sehr zahm. Sie ist eine Pionierpflanze sehr magerer, trockener Böden. Und auf die gelangt sie aus den Gärten über ihre leichten Samen, die sehr weit fliegen können, und fasst viel lieber auf Brachflächen wie Flussufern, Bahndämmen oder verlassenen Industriearealen Fuß. Schon mal gesehen? Dort entstehen in kürzester Zeit regelrechte Buddleja-Monokulturen.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Hinterf#§z1ger Eroberer: Wie der Schmetterlingsflieder Magerstandorte bedroht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt könnte man sagen, na super, aber was gehen mich der Bahndamm oder andere Un-Orte an? Fakt ist (leider): Unsere gesamte Landschaft ist so optimiert und zugedüngt und mit Stickstoff aus der Luft angereichert, dass trockene, magere Brachen zu wertvollen Refugien werden!</p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesen selten gewordenen Biotopen leben oftmals Spezialisten für Mager- und Trockenböden. Mit dem Schwinden der Magerstandorte durch den allgegenwärtigen, hohen Nährstoffeintrag sind auch diese Spezialisten zunehmend bedroht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kommt nun die Buddleja dazu, wandelt sie den Boden dieser Biotope im Nu um: Unter ihren weit herunterhängenden Zweige mit viel Blattmasse sammeln sich Laub und andere organische Reste. Das reichert den Boden schneller als sonst mit Nährstoffen an. Der Magerstandort verschwindet, wird zu einem nährstoffreichen 08/15-Standort, und mit ihm verschwinden die vielen, &nbsp;ohnehin schon seltenen Spezialistenarten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Angesichts dieser negativen Auswirkungen haben einige Länder, darunter auch die Schweiz und das Vereinigte Königreich, bereits Maßnahmen ergriffen, um den Verkauf und die Verbreitung des Schmetterlingsflieders einzuschränken. Die schwarze Liste für invasive Pflanzenarten soll dazu beitragen, das Bewusstsein für dieses Problem zu stärken und den Gartenliebhabern alternative, nicht-invasive Pflanzen zu empfehlen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Täuschung im Garten: Die trügerische Attraktivität für Schmetterlinge</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><br><strong>&#8222;Aber er ist doch so wichtig als Nahrung für Schmetterlinge!&#8220;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn man sich die Blüten des Schmetterlingsflieders genauer anguckt, stellt man Folgendes fest:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Die Blüten sind sehr schmal und tief und haben unten auch noch Haare, die wie eine Reuse wirken: rein ja, raus nicht. Außer Schmetterlingsrüsseln kommt fast niemand so tief in eine Blüte hinein. Winzige Insekten können auf den Grund krabbeln – aber sie kommen wegen der Reusenhaare nicht mehr heraus, sondern verenden in der Blüte.</li>



<li>Eine wirklich winzige Menge Pollen sitzt etwa auf der Hälfte – sie ist so klein, sie nützt kaum einem Insekt etwas.</li>



<li><span style="font-size: revert;">Der Nektar sitzt noch weiter unten in der Blüte. Auch diese Menge ist wirklich winzig und schnell „aufgebraucht“</span><br></li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Der &#8222;Nährwert&#8220; der Buddleja hält sich also stark in Grenzen!</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum &#8222;fliegen&#8220; dann die Schmetterlinge so auf die Buddleja?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wegen eines fiesen Tricks: <strong>Der Nektar hat nicht viel zu bieten, verfügt aber über sehr starke Lockstoffe. SO stark, dass er alle möglichen Insekten magisch anzieht.</strong> Auch wenn die Blüte schon keinen Nektar mehr enthält, werden immer noch Schmetterlinge angelockt und testen verzweifelt alle Blüten durch, um Nahrung zu bekommen. Statt zu aussichtsreicheren Essensquellen weiterzufliegen, vergeuden sie hier wertvolle Zeit und Energie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommt: Die Wirkstoffe stehen im Verdacht, die Schmetterlinge regelrecht zu &#8222;bedröhnen&#8220;, also wie eine Droge benommen zu machen und ihre Instinkte und damit ihre Überlebensfähigkeit zu schwächen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Womit sich die Buddleja, freundlich gesagt, auch zu einer #arschlochpflanze qualifiziert.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Alternativen: Nachhaltige Pflanzen für einen insektenfreundlichen Garten</h2>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Zusammengefasst kann, nein, muss man sagen: Buddleja davidii, &#8222;unser Schmetterlingsflieder&#8220;, ist keine wirklich nette Pflanze. Als gut besuchter &#8222;Schmetterlingsmagnet&#8220; mag der Strauch zwar auf den ersten Blick verlockend sein &#8211; nur steckt halt nicht viel hinter der Fassade, im Gegenteil.</p>
</blockquote>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit: Verantwortung im eigenen Garten übernehmen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich haben auch einheimische Pflanzen ihre fiesen Tricks, um sich Insekten anzulocken oder vom Leib zu halten. <strong>Aber wenn wir schon etwas für die Schmetterlinge tun wollen, dann sollten wir als verantwortungsbewusste Gärtner und Naturfreunde unseren Beitrag zum Erhalt ihres natürlichen Lebensraumes leisten &#8211; und zu dieser Verantwortung gehört eben auch, die Ausbreitung invasiver Arten wie dem Schmetterlingsflieder einzudämmen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Indem wir uns für heimische Pflanzenarten entscheiden und uns über die potenziellen ökologischen Auswirkungen unserer Gartenpflanzen informieren, tragen wir dazu bei, die regionale Flora und Fauna zu schützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.naturadb.de/pflanzen/buddleja-davidii/">Mehr über die Buddleja lesen? Starte hier.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.bfn.de/sites/default/files/BfN/service/Dokumente/skripten/skript352.pdf">Noch mehr? Siehe hier, S. 60f</a></p>



<figure class="wp-block-image"><img decoding="async" src="https://sonjastadje.de/wp-content/uploads/2023/07/jan-meeus-SfFMhcekh24-unsplash-1024x683.jpg" alt=""/><figcaption class="wp-element-caption"><em>n diese langen, schmalen Blüten kommt man nur, wenn man winzig ist &#8211; oder einen langen Schmetterlingsrüssel hat. Alle anderen, auch diese Besucherin, werden zwar vom starken Nektarduft angelockt, gehen aber höchstwahrscheinlich leer aus.</em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Achtung, Fake! Warum Forsythien kein bisschen wertvoll für Insekten sind</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sonja]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Apr 2023 08:14:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Biodiversität mit Substanz]]></category>
		<category><![CDATA[Der grüne Mittelfinger]]></category>
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					<description><![CDATA[Forsythien gaukeln früh fliegenden, hungrigen Insekten eine üppig gedeckte Nektar- und Pollenquelle vor. Dabei sind sie komplett steril.]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph"><style>/*! elementor-pro - v3.12.0 - 29-03-2023 */<br />
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<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Eine Eichen bildet dreimal im Jahr neues Laub, weil alles weggefressen wird. Eine Forsythie dagegen könnte genauso gut aus Plastik sein.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><cite>Dorothee Dernbach, Leiterin der Naturgarten-Akademie in: Schrot und Korn 02/2023</cite><a href="https://twitter.com/intent/tweet?text=%22Eine+Eichen+bildet+dreimal+im+Jahr+neues+Laub%2C+weil+alles+weggefressen+wird.+Eine+Forsythie+dagegen+k%C3%B6nnte+genauso+gut+aus+Plastik+sein.%22+%E2%80%94+Dorothee+Dernbach%2C+Leiterin+der+Naturgarten-Akademie+in%3A+Schrot+und+Korn+02%2F2023&amp;url=https%3A%2F%2Fsonjastadje.de%2Fwp-admin%2Fadmin-ajax.php" target="_blank" rel="noopener"><br></a></p>
</blockquote>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">In unseren Zier-Gärten finden wir seit Jahrzehnten eine Vielzahl von Pflanzen, deren häufiges Auftreten nicht unbedingt etwas mit ihren hohen Nutzen für die Natur zu tun hat. Das ist &#8211; gerade angesichts der ziemlich dramatischen Biodiversitätskrise &#8211; schade und eine vertane Chance für mehr Leben im Garten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Grund dafür? <strong>Lange Zeit konnten wir es uns im Gartenbereich leisten, exotische Stauden und Gehölze zu kultivieren und züchterisch so zu verändern, dass sie rein gar nichts mehr mit der Natur zu tun haben, außer dass sie irgendwie lebendig sind</strong>. Entstanden sind reine Deko-Pflanzen, mit denen die Tierwelt in unserem Garten nahrungstechnisch so gar nichts anfangen kann. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Beispiel dafür ist die Forsythie. Leuchtend gelb blühend, direkt nach einem langen Winter, ist sie &#8222;was für die Seele&#8220; und bis heute in fast jedem Garten unserer Großeltern-Generation zu finden. Nur haben wir in Zeiten des massiven Artensterbens ein Problem mit ihr: </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Forsythie ist steril. Das heißt, sie ist züchterisch so verändert, dass ihre Blüten keinen Nektar und keinen Pollen enthalten und damit keine Nahrung für Bestäuberinsekten bietet.</strong> Der Sinn dahinter sollte sein, dass sich die Pflanze nicht unkontrolliert vermehrt und ausbreitet, sondern brav an ihrem Platz im Garten bleibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch lockt die leuchtend gelbe Blütenfarbe der Forsythie jede Menge Bestäuberinsekten an &#8211; und kostet diese oft das Leben. Wusstest du nicht? Dann erzähle ich eine kleine Geschichte.</p>



<div style="height:65px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Es war einmal … ein langer, kalter Winter</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Stell dir einmal vor, Du bist eine Hummelkönigin und hast den Winter warm und sicher in einer Höhle verbracht. (Draußen hättest Du ihn nicht überlebt, und das Überwintern klappte auch nur, weil Du wirklich ordentlich Reserven angelegt und auf Sparflamme gelebt hast.)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt ist es Frühling, und endlich wird es wärmer. Höchste Zeit aber auch! Deine Vorratskammer ist schon lange leer, Du bist komplett unterzuckert und schwächelst bereits ziemlich herum nach drei Wochen dünner Brühe aus den letzten Resten, kurz: Du brauchst dringend mal wieder was Ordentliches zu essen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">… und dann wird es endlich Frühling</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Es kommt der Tag, an dem Du Dich aus der Höhle hinaus wagst, zum ersten Mal seit Monaten. Es gibt die ersten warmen Sonnenstrahlen und endlich milde Luft. Und Du hast nur einen Gedanken: HUNGER!!!&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und, oh Wunder: Irgendwo am Horizont siehst Du einen gedeckten Tisch leuchten. Einen riesigen, üppig beladenen Tisch voller Essen. Eine strahlend gelb blühenden Strauch!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ganz schön weit weg, denkst Du, ob ich das schaffe, so schlapp, wie ich vor Hunger bin? Aber hey, für DEN gedeckten Tisch nimmst Du noch mal alle Kraft zusammen. Und yeah, Du schaffst es. Du willst Dich gerade auf die erste herrliche Platte stürzen, da merkst Du: <strong>Scheiße, eine Attrappe.</strong> Pappmaché.&nbsp;Das ist eine sterile Blüte, da ist weder Pollen noch Nektar drin für maximal hungrige und entkräftete Insekten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ätsch, reingefallen!</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Verzweifelt probierst Du alles aus, was da so auf dem proppenvollen Tisch angerichtet ist, aber es bleibt dabei: Nichts davon ist essbar. Und nachdem Du den Tisch zum vierten Mal komplett durchprobiert hast, war es das dann auch mit Deinen letzten Reserven. Und mit Dir, leider etwas pervers: <strong>Verhungert an einem riesigen Tisch voller Essensattrappen.</strong> Hunderte leuchtend gelbe Blüten, für die du alle Kraft zusammengenommen hast &#8211; und alle sind leer.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Maximal gemein &#8211; und zu Tausenden in unseren Gärten</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Geschichte mit unserer Hummelkönigin klingt dramatisch? So geht es unendlich vielen Insekten, denen die leuchtend gelbe Blüte der Forsythie in Frühling ein opulentes Mahl vorgaukelt. Blöderweise ist dieser Strauch aber wirklich komplett leer an Nektar oder Pollen. Mangels anderer Blütenangebote in der Nähe umkreisen die armen, vom Winter geschwächten Fluginsekten die Blüten immer und immer wieder, bis sie erschöpft sterben. </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Fazit: Forsythien sind zwar hübsch, aber echte&nbsp;<a href="https://www.instagram.com/explore/tags/arschlochpflanzen/">#arschlochpflanzen</a>.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Wie wir es besser machen können</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Naturgarten sind wir ja grundsätzlich bereit, die Natur zu unterstützen und auch für nicht-menschliche Lebewesen, die in unserem Garten wohnen, Verantwortung zu übernehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was tun wir also, wenn wir eine Forsythie im Garten haben? </strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Variante a) liegt auf der Hand: Raus mit dem Spaten und die Forsythie durch ein wertvolleres Wildgehölz ersetzen. Die Kornelkirsche (<em>cornus mas</em>) zum Beispiel ist super geeignet und blüht ebenfalls gelb. Auch viele Weiden, allen voran die Tal-Weide (<em>salix caprea</em>) bieten schon früh im Jahr jede Menge Nahrung für summende und brummende Bestäuberinsekten.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://sonjastadje.de/wp-content/uploads/2023/04/Forsythie-Alternative-Kornelkirsche-1024x682.jpg" alt="Eine blühende Kornelkirsche leuchtet genauso gelb wie die Forsythie." class="wp-image-3536" srcset="https://sonjastadje.de/wp-content/uploads/2023/04/Forsythie-Alternative-Kornelkirsche-1024x682.jpg 1024w, https://sonjastadje.de/wp-content/uploads/2023/04/Forsythie-Alternative-Kornelkirsche-300x200.jpg 300w, https://sonjastadje.de/wp-content/uploads/2023/04/Forsythie-Alternative-Kornelkirsche-768x512.jpg 768w, https://sonjastadje.de/wp-content/uploads/2023/04/Forsythie-Alternative-Kornelkirsche.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Kornelkirsche ist mindestens so hübsch wie Forsythien &#8211; und mega wertvoll für Bestäuber!</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Wer sich trotz allem nicht von den Forsythien trennen möchte, kann Variante b) wählen: Für genügend Nahrung in der Nähe der Forsythie sorgen. Dazu kannst du in die unmittelbare Nachbarschaft „echte“ früh blühende Sträucher pflanzen (s.o.) oder darunter ein Beet mit ganz vielen Krokussen, Schneeglöckchen und anderen früh blühenden Stauden anlegen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wichtig ist, dass die noch winterschwachen Insekten eine Chance haben, in der Umgebung der Forsythie wertvolle Nahrung zur Kräftigung zu finden! Dann sind wir Menschen und die Insekten beide zufrieden <img alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" consent-original-src-_="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f642.png" consent-required="470" consent-by="services" consent-id="471"/> .</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="682" src="https://sonjastadje.de/wp-content/uploads/2023/04/Forsythie-Alternative-Salweide-1024x682.jpg" alt="Eine Salweide in Blüte ist ein Hotspot für frühe Bestäuberinsekten." class="wp-image-3537" srcset="https://sonjastadje.de/wp-content/uploads/2023/04/Forsythie-Alternative-Salweide-1024x682.jpg 1024w, https://sonjastadje.de/wp-content/uploads/2023/04/Forsythie-Alternative-Salweide-300x200.jpg 300w, https://sonjastadje.de/wp-content/uploads/2023/04/Forsythie-Alternative-Salweide-768x512.jpg 768w, https://sonjastadje.de/wp-content/uploads/2023/04/Forsythie-Alternative-Salweide.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Auch die Salweide leuchtet gelb &#8211; und gegen ihren ökologischen Wert kann jede Forsythie einpacken.</figcaption></figure>



<div style="height:65px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Teile diesen Artikel und hilf mit, unsere Gärten in der Stadt besser für Wildbienen und andere Insekten zu machen!</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Du kennst Menschen, die in ihrem Garten noch ein bisschen &#8222;Luft nach oben&#8220; haben? Teile diesen Artikel und hilf dabei, die Welt unserer Gärten im Siedlungsraum ein kleines bisschen natürlicher und lebendiger zu gestalten</em> &lt;3</p>



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